Nach Verurteilten David Sweat Als Richard Matt am 5. Juni 2015 aus der Clinton Correctional Facility im Bundesstaat New York floh, erfasste die Polizei ein Gefühl der Dringlichkeit. Die Vorstellung, dass solch gefährliche Kriminelle den Behörden entkommen und aus dem Gefängnis entkommen könnten, war schwer zu begreifen. Nach ihrer Festnahme übernahm die Generalinspektorin des Staates New York, Catherine Leahy-Scott, die Aufgabe, den Vorfall zu untersuchen. Ein Jahr später veröffentlichte sie einen detaillierten Bericht über ihre Ergebnisse. „Escape at Dannemora“ von Showtime stützt sich stark auf diesen Bericht und nutzt ihn als Grundlage, um seine Erzählung aufzubauen und die Authentizität zu wahren.
Catherine Leahy-Scott strebte schon lange danach, eine Karriere im Strafjustizsystem aufzubauen, inspiriert durch ihre Erziehung. Ihr Vater war Polizist in Floral Park, Long Island, New York, und fungierte außerdem als Präsident der Polizeigewerkschaft sowohl im Dorf als auch im Nassau County. Gespräche über Arbeitsfragen und Strafjustiz waren ein regelmäßiger Bestandteil der Familiengespräche, die eine wichtige Rolle dabei spielten, Catherines Ambition, eine Karriere als Anwältin anzustreben, zu prägen.

1978 schrieb sich Catherine an der Hofstra University ein, wo sie 1982 ihren Bachelor in englischer Sprache und Literatur abschloss. Im Anschluss an ihr Grundstudium strebte sie sofort einen Doktortitel in Rechtswissenschaften (JD) an der Maurice A. Deane School of Law der Hofstra University an 1985 schloss er sein Studium mit Auszeichnung ab. Während ihrer Zeit dort entdeckte Catherine ihre Leidenschaft für Rechtsstreitigkeiten und nahm aktiv an der Neighborhood Law Clinic von Hofstra Law teil. Diese Erfahrung half ihr beim nahtlosen Übergang von der Studentin zur Vollzeit-Anwältin.
Catherine gewann wertvolles Wissen und Inspiration von den Professoren, mit denen sie während ihres Jurastudiums interagierte. Einen bedeutenden Schritt vorwärts machte ihre Karriere im Januar 2008, als sie als stellvertretende Generalstaatsanwältin in die New York State Administration eintrat. Im Januar 2011 wechselte sie in das Büro des New Yorker Generalinspektors und übernahm die Rolle der Ersten Stellvertretenden Generalinspektorin. Im Februar 2012 wurde sie zur amtierenden Generalinspektorin befördert und im Mai 2013 wurde sie offiziell zur Generalinspektorin des Staates New York ernannt. Während ihrer Amtszeit ereignete sich am 5. Juni 2015 die berüchtigte Flucht der Sträflinge David Sweat und Richard Matt aus der Clinton Correctional Facility.
Auch wenn die Situation Ende Juni 2015 unter Kontrolle war, mussten noch viele Fragen beantwortet werden. Catherine Leahy-Scott leitete die Untersuchung des Gefängnisausbruchs und hatte die Aufgabe, die Fehler aufzudecken, die eine solch aufsehenerregende Flucht ermöglichten. Im Juni 2017 veröffentlichte sie einen umfassenden Bericht über die Ereignisse rund um die Flucht. Der Bericht bestätigte, dass ein Gefängnisangestellter genannt wurde Joyce Mitchell hatte den Insassen tatsächlich geholfen und ihnen Werkzeuge zur Verfügung gestellt, mit denen sie sich einen Weg nach draußen bahnten. Darüber hinaus identifizierte Catherine mehrere Mitarbeiter des Department of Corrections and Community Supervision (DOCCS), die gegen Richtlinien verstoßen und kriminelle Handlungen begangen hatten, was zu der Sicherheitsverletzung beitrug.
In dem Bericht wurde auch ein erhebliches Versäumnis hervorgehoben, das darin bestand, dass in der Schneiderei, in der Joyce arbeitete, keine ordnungsgemäße Inspektion durchgeführt wurde, was es ihr ermöglichte, Werkzeuge an die Insassen zu schmuggeln, ohne Verdacht zu erregen. Catherine führte weiter aus, wie die Lage des „Ehrenblocks“, in dem David Sweat und Richard Matt untergebracht waren, dazu beitrug, dass ihnen die Flucht erleichtert wurde. Der Bericht enthielt eine Liste von Empfehlungen, die nicht nur in der Clinton Correctional Facility, sondern im gesamten Bundesstaat umgesetzt werden sollten, um eine Wiederholung eines solchen Vorfalls zu verhindern. Regisseur Ben Stiller gab später zu, dass er zunächst gezögert hatte, das Projekt in Angriff zu nehmen, weil es ihm an Details mangelte. Allerdings füllte Catherines Bericht entscheidende Lücken und diente als wichtige Ressource bei der Gestaltung der Handlung der Serie.
Als Generalinspektorin leitete Catherine Leahy-Scott zahlreiche Initiativen, die dem Bundesstaat New York bedeutende positive Veränderungen brachten. Eine ihrer Hauptaufgaben war die Leitung des Stimulus Oversight Panel, das die Aufsicht über das 3,9 Milliarden US-Dollar teure New NY Bridge-Projekt als Ersatz für die Tappan Zee Bridge genau überwachte. Sie empfand große Befriedigung in ihrer Rolle und erklärte oft, dass sie sich nicht vorstellen könne, in den Ruhestand zu gehen, da sie die Gelegenheit genieße, öffentliche Behörden für Betrug, Missbrauch und Verschwendung zur Rechenschaft zu ziehen und gleichzeitig den Bürgern von New York zu dienen.
Darüber hinaus führte sie eine umfangreiche Untersuchung gegen Johnson Controls durch, nachdem Vorwürfe wegen gefälschter Schulungszertifikate erhoben worden waren, was ihr Engagement für gründliche und wirkungsvolle Untersuchungen unter Beweis stellte. Im Juni 2019 wurde Catherine von Letizia Tagliafierro als Generalinspektorin des Staates New York abgelöst. Es gab keine offizielle Erklärung für diese Chance, aber ihr Weggang erfolgte ein Jahr nach dem Konflikt zwischen dem Büro des Generalinspektors und der staatlichen Abteilung für Strafjustiz. Letzterer hatte Catherines Empfehlung missachtet, einen forensischen Direktor zu bestrafen, der beschuldigt wurde, weiblichen Angestellten mit Gewalt zu drohen und sich angeblich an sexueller Belästigung beteiligt zu haben.
Eine interne Untersuchung hatte die beteiligten Beamten freigesprochen. Catherine ist jetzt Richterin am New York State Court of Claims in Albany, New York. In einem aktuellen Interview erörterte sie die Art und Weise, wie das Gerichtssystem arbeitet, um Transparenz zu gewährleisten. Ihre Arbeit wird weiterhin von ihrem ausgeprägten Sinn für Ethik geleitet, und sie bleibt eine Verfechterin des Wandels, die sich wie während ihrer gesamten Karriere für Gerechtigkeit und Rechenschaftspflicht einsetzt.