Bildnachweis: Yannis Drakoulidis / Netflix„The Lost Daughter“ ist ein psychologisches Drama über Leda, die schmerzhaft an ihre Zeit als junge Mutter erinnert wird, als sie Nina und ihrer kleinen Tochter Elena am Strand begegnet. Durch einige fragwürdige Handlungen (wie Leda, die Elenas Puppe stiehlt) und einige Fälle reinen Zufalls wächst die Bindung zwischen Nina und Leda. Der Film zeigt uns auch immer wieder Parallelen zwischen den Erfahrungen der beiden Frauen als junge Mütter.
Wenn man bedenkt, wie alt sie in den häufigen Rückblenden des Films sind, könnten Ledas Töchter durchaus ein ähnliches Alter wie Nina haben. Könnte Leda in den Ferien über ihre eigene Tochter gestolpert sein, und wird sie deshalb von Erinnerungen an ihre Zeit als Mutter belagert? Lassen Sie uns in die komplizierten Nuancen von „The Lost Daughter“ eintauchen und sehen, wie Leda und Nina verwandt sein könnten. SPOILER VORAUS.
Nach einem kurzen Streit um Sitzgelegenheiten am Strand spricht Leda mit Ninas Schwägerin Callie. Das Gespräch dreht sich schnell darum, woher jeder von ihnen stammt, und wir finden heraus, dass Ninas Familie (oder zumindest die, in die sie geheiratet hat) aus Queens stammt und griechische Wurzeln hat. Auf der anderen Seite soll Leda in Cambridge, Massachusetts, leben. Durch nachfolgende Rückblenden sehen wir dann, dass Leda während ihrer Zeit als aufstrebende Akademikerin und junge Mutter mit ihrem Mann Joe und ihren beiden Töchtern Bianca und Martha in Kanada lebte.

Vor allem im Gespräch mit Callie verrät Leda, dass ihre Töchter 23 und 25 Jahre alt sind. Wenn man bedenkt, dass Nina auch in ihren Zwanzigern zu sein scheint, könnte sie durch eine verschlungene Geschichte Ledas lange verlorene Tochter sein. Wenn dies jedoch der Fall wäre, wäre Nina (die zu alt aussieht, um 23 zu sein) Bianca, die älteste Tochter von Leda. Als wir später sehen, wie Leda einen Anruf von Bianca bekommt, wird klar, dass Nina nicht Ledas Tochter ist. Natürlich scheinen Ninas Aussehen und scheinbare Abstammung auch zu verschieden von Ledas, als dass sie Mutter und Tochter sein könnten.
Leda und Nina sind also biologisch nicht verwandt. Sie sind jedoch durch die starken Parallelen verbunden, die wir durch Ledas Augen sehen. Zu sehen, wie Nina mit den ständigen Anforderungen ihrer kleinen Tochter Elena kämpft, und zu beobachten, wie die junge Mutter in Panik gerät, als ihre Tochter sich kurz am Strand verirrt, weckt starke Erinnerungen, die Ledas Gedanken zu übernehmen scheinen. So beginnt die Protagonistin in Nina ihr jüngeres Ich zu sehen und offenbart dieser sogar, dass sie (Leda) ihre Töchter verlassen hat, als sie etwa in Elenas Alter waren.
Als Nina ihre eigenen Befürchtungen und Probleme als Mutter offenbart, wächst die Bindung zwischen ihr und Leda. Die Parallelen zwischen den beiden Müttern werden weiter verstärkt, als Leda an ihre eigene Puppe erinnert wird (die sie später an ihre Töchter weitergab), nachdem sie Elenas Puppe gesehen hat. Natürlich stiehlt Leda in einer der charakteristischen dunklen Wendungen des Films anschließend die Puppe, was ihrer Verbindung zu Nina und Elena eine unangenehme Komplexität verleiht.
Leda und Nina sind also nicht familiär verwandt, sondern durch ähnliche (meist schwierige) Erfahrungen als junge Mütter verbunden. Die Art und Weise, wie sich die Erzählung entwickelt, lässt den Eindruck entstehen, dass Leda sich mit Nina verbunden sieht und scheinbar versucht, die Fehler, die sie als junge Mutter gemacht hat, zu korrigieren (oder zu sühnen), indem sie sich mit Nina anfreundet und sich subtil in die Angelegenheiten der jungen Mutter einmischt.